Nur ein paar Eindrücke - Meine "Gelegenheits-Gedichte"

- 0 - An den Verlorenen

Ich gehe durch´s Leben, das erfroren und in Stahl gegossen.

Meine Schritte sind laute Hammerhiebe. Gleichmäßig schnell.

Ohne Halt, nie werde ich halten. Ohne Veränderung, nie weiche ich ab.

Der Korpus leer, doch zu erstarrt, um in sich zusammen zu brechen.

Der Kopf gefüllt mit Watte, gepolstert gegen das Rennen vor die Wände

und taub für alle Laute.

Ich gehe mit geschlossenen Augen.

Ich kenne den Weg, er wird sich nie verändern. Bis alles vorbei ist.

Dann rauscht ein tiefes endliches Atmen und ich.... ´zerfalle zu staub.  

- I - Halt ein


Es schreit die Seele, es dürstet ihr!
Und aller Eigenzweifel wider,
kämpfe ich gen an, mich durch zu Dir.

Der Tag mit schadenfroher Sonne
der mich zunieder machen droht
weicht der tollen Liebeswonne.

Sie Seele schreit bald immer greller
Gedanken ziehen mich hinan
Ich gehe, eile immer schneller.

Der Puls bedacht noch ruhig zu bleiben
Das Herz jedoch zum Spurt bereit.
Ich bin gleich da! Kein Weh, kein Leiden!

Halt ein, mein Held!
Halt ein!

Wie das Kaninchen vor der Schlange
Halt ein! Ein Blick stoppt meine Wirrung,
Und Deine Lippen, meine Wange.

Sacht geküsste rote Gluten
Endlos schöne Körperstellen
wecken uns´re Sinnesfluten.

Halt ein, mein Held!
Halt ein!

Die Wissensmauer türmt sich auf.
Sie wirft auf uns den langen Schatten.
So nimmt der Kreis dann seinen Lauf.

Gedanken an das Wohl und Leid,
an Heldentum und Selbstaufgabe,
hüllen uns ins Tugendkleid.

Der letzte Kuss, zu süß, zu zart.
Die Schwere der getrennten Wege
Das ist der Liebe Eigenart.

 

 

 

 

-II- Sommer

Im Sommer stand die Sonne hoch.

 

Wir lagen unter tiefen Schatten

und sparten uns kühlende Worte.

Nur das frische Wasser

umgarnte unsere Füße.

 

Und es stand die Sonne hoch.

 

Windgesäusel in Grashalmen,

die mich kitzelten.

Im Wechsel mit Deinen

neckenden Fingerkuppen.

 

Ja, im Sommer stand die Sonne hoch.

 

Der Duft Deiner Haare,

der mich wegträumte.

an´s Meer wo der Sand nach

Freiheit riecht.