LITERATUR

Jeden Tag erliegen wir unzähligen Eindrücken. Die Phase unseres Lebens in der unsere Wahrnehmung und Empfindung am engsten beisammen liegen, in der Liebe, Leid, Leben am intensivsten scheinen, das ist die Jugend. Wer keine Jugend erleben durfte, erfährt diese Phase manchmal erst im Alter, dann aber packt es einen mit Pauken und Trompeten (traurig der, der es nie erlebt). Mich hat es glücklicherweise in der Jugend erwischt- gar nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn es mich erst im Alter erwischt hätte. Um diese Eindrücke zu Verarbeiten, ob Jung oder Alt, braucht es passender Ventile. Bei waren es unter anderem tägliche Skizzen und ein simples Tagebuch. Später, als mir Bilder und alltägliche Erlebnisse nicht mehr genügten, beschloss ich, diese Erlebnisse schriftlich beliebig ausdehnen oder völlig neu zu erdenken. Ich schrieb mir meine Welt, wie ich sie haben wollte, was in Poesie und zahlreiche Erzählungen ausartete. 

 

Das Schreiben ist und bleibt mein dankbarstes Ventil. Mein Alltag war und ist nie langweilig. Unser aller Alltag ist es nicht- es kommt auf die Achtsamkeit an. Er  ist, wenn man aufmerksam durch das Leben geht, die wichtigste Antriebsfeder, für alle KUNST.

Mit vierzehn Jahren habe ich die Liebe zur klassischen Musik und vor allem zur Oper entdeckt. Seither nehme ich mir, in Bezug auf mein Schreiben, ein Beispiel an der Musik, indem ich vermeide Empfindungen direkt beim Namen zu nennen, sondern sie wie durch Noten -in meinem Fall durch Worte- so zu vermitteln, dass sie beim Zuhörer oder Leser unwillkürlich empfunden werden.

 

Ein Buch ist ein Mosaik. Das Leben bietet mir die Steine und die Musik gibt mir den Mörtel.